Datenquelle & Methodik

Woher die Daten kommen und wie der Atlas sie verarbeitet, kurz und nachvollziehbar.

Datenquelle

Alle Emissionsdaten stammen aus Climate TRACE, einer Koalition, die Emissionen aus Satellitendaten und Machine Learning schätzt, nicht aus Selbstauskünften. Genutzt wird das Deutschland-Paket v5.10.0. Alle Mengen stehen in CO₂-Äquivalenten (CO₂e): Methan, Lachgas und F-Gase wirken unterschiedlich stark, deshalb werden sie in die Menge Kohlendioxid umgerechnet, die über 100 Jahre dieselbe Treibhauswirkung hätte. Eine Tonne Methan zählt so als rund 28 Tonnen CO₂e. Ohne diese Umrechnung liessen sich die Gase nicht zusammenzählen. Lizenz: CC BY 4.0.

Was der Atlas zeigt

67.253 asset-genaue Emittenten in Deutschland, einzelne Anlagen mit Koordinaten, geschätzter Kapazität und Emissionsfaktor. Angezeigt wird die Jahressumme des letzten vollen Kalenderjahres (2025), aufsummiert aus den monatlichen Climate-TRACE-Werten.

Verarbeitung

Die Rohdaten werden per DuckDB-Pipeline eingelesen, pro Quelle auf ein Jahr aggregiert, die Sektoren normalisiert und als schlankes Parquet (~1 MB) exportiert. Die Karte liest dieses Parquet direkt im Browser, kein Backend im Read-Pfad. Es wird nie der globale Klimadatensatz geladen, nur das vorprozessierte Deutschland-Artefakt.

Asset-genau vs. Sektor-Schätzung

Nicht jeder Sektor liegt anlagengenau vor. Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr (u. a. Flughäfen), fossile Brennstoffe, Abfall und ein Großteil der Landwirtschaft tragen einzelne Quellen mit Koordinaten. Wo Climate TRACE nur regionale Schätzungen liefert, erscheinen diese als Gebietsobjekte, benannt nach dem Landkreis („… District“). Von den 34.279 Orten im Atlas sind 402 solche Gebietsobjekte, aber sie tragen rund 48 Prozent der erfassten Menge. Sie sind auf der Karte durch einen dunklen Rand und in den Listen durch das Etikett „Gebiet“ gekennzeichnet.

Zurechnung: wo eine Emission auf der Karte landet

Jede Emissionskarte trifft eine Zurechnungsentscheidung, und sie ist selten selbsterklärend. Eine Emission entsteht nicht immer dort, wo der Punkt liegt.

  • ·Internationale Flüge werden dem Startflughafen zugerechnet, nicht der überflogenen Strecke. Deshalb steht Frankfurt Main Airport mit rund 12 Millionen Tonnen unter den größten Objekten des Atlas, davon knapp 11,9 aus internationalem Flugverkehr. Das ist kein Bodenbetrieb.
  • ·Gebäude und Straßenverkehr haben keinen einzelnen Standort. Sie werden dem Zentroid des Landkreises zugerechnet und erscheinen als Gebietsobjekt.
  • ·Tierhaltung wird dem Betriebspunkt zugerechnet, aufgeteilt in Verdauung und Güllewirtschaft. Deshalb trägt ein Milchviehbetrieb zwei Einträge.
  • ·Schifffahrt wird Häfen zugerechnet, mit demselben Vorbehalt wie beim Flugverkehr.

Der Atlas macht diese Zuordnung sichtbar, statt sie zu glätten: Ein Klick zeigt, aus welchen Teilen ein Ort besteht, und in welchem Verhältnis. Was er nicht tut, ist einen Schaden oder eine Verantwortung daraus abzuleiten. Ein Punkt sagt, wo eine Menge verbucht wird, nicht wer sie verursacht hat.

Trend

Der Trend-Pfeil je Anlage vergleicht die Jahressumme 2025 mit 2024 (▲ gestiegen / ▼ gesunken). Er zeigt die Veränderung der geschätzten Emission, keine Messgenauigkeit.

Grenzen & Unschärfe

Climate-TRACE-Werte sind Schätzungen mit Unsicherheit (die Konfidenz steht, wo vorhanden, im Detail-Popup). Rinderbetriebe tragen im Datensatz nur Code-Namen. Wir labeln sie als „Milchviehbetrieb“ bzw. „Rinderbetrieb (Mastvieh)“. Das Mapping Anlage→Betreiber ist laut Climate TRACE selbst lückenhaft und wird hier nicht dargestellt. Eingebettete Fremdquellen (EDGAR, CEDS) haben eigene Nutzungsbedingungen.

Wissenschaftliche Leitplanke

Die Verbindung Emission → Wetter ist kumulativ und statistisch, vergleichbar mit gezinkten Würfeln. Kein Einzelfall-Kausalschluss von einer Quelle auf ein konkretes Wetterereignis.

Datenquelle: Climate TRACE Emissions Inventory v5.10.0 · CC BY 4.0. Aggregiert und regional gefiltert gegenüber dem Originaldatensatz.