Klima & Emissionen in Deutschland

Zwei deutschlandweite Zeitreihen nebeneinander: wie sich das Klima verändert (DWD-Temperatur & Kenntage) und wie sich die Emissionen entwickeln (Climate TRACE). Bewusst getrennt dargestellt — es sind unterschiedliche Größen, keine deckungsgleichen Kurven.

Das ist die Klima-Reihe — eine andere Größe als die Emissionen im Atlas. Der Zusammenhang ist kumulativ und statistisch (mehr Treibhausgase → verschobene Verteilung), kein Einzelfall-Kausalschluss von einer Quelle auf ein einzelnes Jahr.

Klima: Temperatur & Kenntage (DWD)

0,00,20,40,60,81,01900192019401960198020002020

Jahresmittel — über das ganze Jahr, Tag und Nacht und die Fläche Deutschlands gemittelt (daher ~8–10 °C, nicht die Tageshöchstwerte). Aussagekräftig ist der Anstieg, nicht die absolute Höhe.

Die Bänder rechts sind Projektionen bis 2100 je Emissionspfad (RCP), keine Prognosen: heiße Tage pro Jahr als 30-Jahres-Mittel, Spanne = 15.–85. Perzentil des DWD-Referenzensembles. Der Abstand zwischen den Szenarien ist die Botschaft — bei niedrigen Emissionen (RCP 2.6) bleibt es moderat, bei hohen (RCP 8.5) vervielfachen sich die heißen Tage.

Hinweis: Langfristige DWD-Reihen können Inhomogenitäten enthalten (Stationsverlegungen, Gerätewechsel). Gezeigt sind Flächenmittel (Gebietsmittel), keine Einzelstationen; die Kenntage liegen ab 1951 vor.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Gebietsmittel (regional_averages_DE, CC BY 4.0) — Datenbasis: DWD, eigene Berechnung (Aggregation). Projektion: DWD-Referenzensemble v2018 (CC BY 4.0), Änderung ggü. HYRAS 1971–2000.

Emissionen: Deutschland gesamt (Climate TRACE)

00011101

Hinweis: Climate-TRACE-Schätzung (co2e_100yr, alle Subsektoren, Jahressummen) — dieselbe Quelle wie der Atlas. Der absolute Wert liegt über der territorialen UBA-Bilanz (anderer Scope); gezeigt ist der Trend, keine amtliche Inventarzahl. 2026 ist unvollständig und ausgelassen.

Datenquelle: Climate TRACE Emissions Inventory v5.8.0 — CC BY 4.0. Aggregiert und regional gefiltert gegenüber dem Originaldatensatz.

Warum die Kurven nicht parallel laufen

Die Emissionen sind ein jährlicher Fluss (Mt pro Jahr). Die Temperatur reagiert auf den kumulierten Bestand an Treibhausgasen in der Atmosphäre. Deshalb steigt die Temperatur weiter, obwohl Deutschlands Jahresemissionen sinken: Solange netto emittiert wird, wächst der globale Bestand — und mit ihm die Erwärmung. Fallende Jahreswerte sind ein Fortschritt beim Tempo, kein Rückgang der bereits angerichteten Erwärmung. Das ist Ursache (kumuliert) und Reaktion — nicht zwei Kurven, die man deckungsgleich übereinanderlegt.